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Den Rasen kalken – so funktioniert es einwandfrei:

Den Rasen kalken – so funktioniert es einwandfrei:

Kalk verändert vor allen Dingen den pH-Wert des Rasens. Liegt dieser unter einem Wert von 5,3, sollte der Rasen gekalkt werden, da eine Versäuerung des Rasens vorliegt und notgedrungen dazu führen kann, dass der Rasen kaputt geht. Die Übersäuerung muss dementsprechend behoben werden.

Es geht dabei nicht darum, einfach eine größere Menge Kalk auszustreuen, der Rasen muss zum einen gut für den Kalkvorgang vorbereitet werden, auch muss die geeignete Menge an Kalk berechnet werden. Diese ist nicht nur vom pH-Wert des Rasens abhängig, sondern auch von der gesamten Bodenzusammensetzung und Bodenbeschaffung.

Rasenkalk gibt es als Zusammensetzung aus Kalkstein und aus reinem Calciumcarbonat. Letzteres ist besonders gut geeignet, da das Kalken dann schonend stattfindet und eine zu hohe Menge an Kalk dem Rasen dennoch nicht schadet.

https://www.youtube.com/watch?v=srhLQ-f42PAWann der Boden gekalkt werden muss, entscheidet sich mit dem Testen des pH-Werts. Übersäuerung lässt sich aber auch an anderen Bedingungen erkennen, z. B. bei einem vermehrten Wuchs bestimmter Pflanzen, darunter Gänseblümchen, Hundskamille, Adlerfarn oder Wiesensauerampfer. Der Zeitpunkt des Kalkens wird dementsprechend nach den Werten des Rasens festgelegt. Optimal ist das Kalken natürlich kurz vor dem Wintereinbruch, da so der Boden und die Gräser noch einmal für den längeren Zeitpunkt der Ruhe gestärkt werden. Aber auch zwischendurch ist das Kalken manchmal notwendig Wächst der Rasen z. B. nur in eine ganz bestimmte Richtung, ist hier ein Hinweis gegeben, dass eine Fehlentwicklung des Wachstums stattfindet und eine Bodenanalyse nicht verkehrt wäre.

Bevor die Rasenfläche gekalkt wird, muss sie gemäht und vertikutiert werden. Ein Rasen geht durch viele Bedingungen und Unachtsamkeit kaputt, z. B. wenn zu kurz gemäht wird, da so der Rasen schneller austrocknet, wenn zu häufig vertikutiert wird, so dass die Grasnarbe ständig eingeritzt wird und sich nicht mehr erholen kann, oder wenn mit stumpfen Messern gemäht wird, wobei die Grashalme dann eher gerissen als geschnitten werden und stark ausfransen. Ebenfalls ist zu häufige Bewässerung ein Grund dafür, dass der Boden übersäuert.

Rasenkalk kann aus unterschiedlichen Kalkverbindungen zusammengesetzt sein und hat daher dann auch eine eigene Geschwindigkeit in Wirkung und Effekt.

https://www.youtube.com/watch?v=srhLQ-f42PACalciumcarbonat ist z. B. sehr mild, da er Bestandteile enthält, die in der Natur vorkommen und wenig reaktionsfreudig bleibt. Sinnvoll ist diese Art Rasenkalk dann für leichte Böden. Hier ist das Ausstreuen von Kalk dann selbstregulierend. Auch wird durch Rasenkalk der Bakterienbefall beseitigt.

Eine andere Variante des Rasenkalks besteht aus einer Beimischung von Mörtel, der Branntkalk genannt wird. Dieser ist im Einsatz sehr aggressiv und sollte daher auch nicht in zu großen Mengen ausgestreut werden. Branntkalk ist ätzend und greift neben Pflanzen und Stängeln auch die menschliche Haut an. Gleichzeitig kann er auch kleinere Lebewesen im Boden zerstören.

Eine bessere Wahl ist dann Mischkalk. Hier können verschiedene Komponenten zusammenwirken, darunter Konverter-, Thomas- oder Hüttenkalk, auch Abfallprodukte aus der Stahlindustrie, die dennoch Spurenelemente enthalten.

Die eher teurere Rasenkalkvariante ist Magnesiumkalk. Diese Ausstreuung ist allerdings auch eher notwendig, wenn dem Boden Magnesium entzogen ist. Calciumcarbonat kann wiederum aus gemahlenen und getrockneten Algen bestehen und enthält daher schonende und wertvolle Nährstoffe.

WOLF-Garten Streuwagen »Perfekt« WE 430; 5450000Ist der Rasen vorbereitet und vertikutiert, kann er gekalkt werden. Es ist wichtig, das Kalken nicht mit dem Düngen oder Aussähen zu kombinieren.

Muss neue Saat gesät werden, sollte damit einige Zeit gewartet werden. Dabei wird Kalk dann über die Fläche gleichmäßig verteilt und mit einer harke in den Boden eingearbeitet. Die Erde sollte dafür relativ trocken sein, da der Boden ansonsten in Verbindung mit Kalk schneller verklumpt.

Auch sollte vor dem Kalken überprüft werden, welche Pflanzen sich in der Nähe befinden, da Kalk auch hier den pH-Wert verändern kann und bestimmte Pflanzen den ansteigenden pH-Wert nicht vertragen. Grundsätzlich kann die Menge an Kalk nach dem Boden und pH-Wert bestimmt werden.

Ein leichter Boden, der einen Wert unter 5,3 aufweist, kann mit etwa 200 g Kalk bestreut werden, ein mittelschwerer Boden, bei dem Wert schon höher ist, mit 300 g und ein schwerer Boden dann mit 400 g pro Quadratmeter.

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