Startseite » Ratgeber » Rechtliches rund um das Rasenmähen
Rechtliches rund um das Rasenmähen

Rechtliches rund um das Rasenmähen

Es kann sich definitiv störend auswirken, wenn jemand sonntags in aller Frühe oder in der Mittagszeit den Rasen mäht. Lärm an Ruhetagen- und zeiten wird oft als eine Zumutung empfunden. 

Gerade an Sonn- und Feiertagen herrscht in vielen Wohngebieten Ruhe, die durch die Geräusche eines aktiven Rasenmähers gestört wird. Das Betriebsgeräusch des Rasenmähers ist überall zu hören. Viele Menschen, die an Sonntagen ihren Rasen mähen, machen sich bei Ihren Nachbarn äußerst unbeliebt. Aber wie sieht die rechtliche Seite aus, erlaubt es das Rasenmähen an Sonntagen oder ist es verboten.

Aktuelle Rechtsprechung

rechtliches rund um das Rasenmähen beachten und anzeige wegen ruhestörung vermeidenDas deutsche Gesetz schreibt genau vor, wann ein Rasen gemäht werden darf und wann nicht. Das deutsche Gesetz drückt klar aus, dass das Rasenmähen an Sonn- und Feiertagen nicht erlaubt ist. 

Die Rasenmäherlärm-Verordung aus dem Jahr 1992 (Quelle: http://www.umwelt-online.de/recht/luft/bimschg/vo/8bv_ges.htm) besagt, dass das Rasenmähen nur an Werktagen zwischen 7 und 19 Uhr erlaubt ist. An Sonn- und Feiertagen ist das Rasenmähen komplett verboten. Darüber hinaus gibt es in vielen Städten und Gemeinden zusätzliche Regelwerke, die das Rasenmähen bestimmen. Diese Regeln können zum Beispiel auch das Rasenmähen während der Mittagszeit verbieten. Wer sich nicht sicher ist, wie die Regelung im eigenen Wohnort aussieht, sollte sich bei der Stadt oder Gemeinde danach erkundigen.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen dieser Regeln. Rasenmäher, die Lärm von weniger als 60 Dezibel verursachen, dürfen auch zwischen 19 und 22 Uhr eingesetzt werden. Ausnahmegenehmigungen können auch erteilt werden, wenn vorher ein Antrag gestellt wird. Damit sind Sie insbesondere mit einem der Akku- oder Elektro-Rasemäher aus unseren Tests gut beraten. Auch ein Mähroboter erfüllt die Anforderungen.

Der Sonntag bleibt jedoch davon unberührt, da an diesem Tag Lärm in jeder Form verboten ist, da dieser Tag zur Erholung und Entspannung dient. Problematisch ist es, wenn ein Gartenbesitzer auch in der Woche wenig Zeit hat und der Rasen unaufhörlich weiterwächst. Allerdings findet sich für jeden Gartenfreund auch in der Woche immer ein wenig Zeit, um den Rasen zu mähen. Viele Rasenflächen sind nicht besonders groß und können innerhalb weniger Zeit fertig gemäht werden. Eine andere Alternative ist, sich mit den Nachbarn abzusprechen, ob das Rasenmähen nach 19 Uhr diese in ihrer wohlverdienten Ruhe stört.

Dennoch ist es von Vorteil, dass die Sonntagsruhe im deutschen Gesetz verankert ist, da ansonsten das Chaos groß wäre, denn viele Menschen kümmern sich nicht darum, dass die lauten Geräusche eines Rasenmähers ihre Nachbarn stört. Gäbe es keine Lärm-Verordnung, würde man sonntags sicherlich nicht nur Rasenmähen, sondern auch andere, geräuschvolle Arbeiten verrichten.

Gerade während der Sommerzeit hört man vielerorts das Geräusch eines Rasenmähers, die in den Gärten in Betrieb genommen werden. Die Ruhe vieler Menschen wird durch den Einsatz eines Rasenmähers empfindlich gestört, da der dauerhafte Lärm auch durch die Fenster der Häuser und Wohnungen dringt. Je größer die Rasenfläche ist, desto länger dauert die Lärmbelästigung an.

Dabei haben alle Nachbarn das Recht auf die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Ruhezeiten, in denen auch ein Rasenmäher schweigen muss. Leider bleibt vielen, berufstätigen Menschen außerhalb ihrer Tätigkeit nicht viel Zeit den Rasen zu mähen.

Rasenmähen mit unterschiedlichen Modellen

benzinrasenmäher sind hier wahrlich keine gute optionHierbei muss jedoch zwischen den unterschiedlichen Modellen unterschieden werden, denn es gibt sehr geräuschvolle, aber auch leise Rasenmäher, zu denen Handrasenmäher gehören, da sie keinen Motor besitzen. Ebenfalls Unterschiede in der Lautstärke gibt es bei Motorrasenmähern, denn elektrische Rasenmäher und Benzinrasenmäher gibt es deutliche Unterschiede. Laute Rasenmäher dürfen also nur an Werktagen zwischen 7 und 19 Uhr genutzt werden.

Es gibt seit 2002 auch eine „Geräte- und Maschinenschutzlärmverordnung„. Diese Verordnung löste die alte ab. In ihr heißt es, dass über die Verordnung hinaus alle deutschen Bundesländer mit ihren Städten und Gemeinden dazu berechtigt sind weitere Regelungen festzulegen, die beispielsweise auch die Mittagszeit von Werktagen einschließen oder das Rasenmähen schon früher als 19 Uhr verbieten können. Die werktägliche Mittagsruhe kann sich von 13 bis 15 Uhr erstrecken. Die Sonderregelungen der jeweiligen Verwaltungen schaffen Klarheit darüber, was erlaubt ist und was nicht.

Trotz aller gesetzlichen Regelungen kommt es trotzdem manchmal zum nachbarschaftlichen Streit, wenn sich Gartenbesitzer nicht an die vorgegebenen Ruhezeiten halten und trotzdem ihren Rasen mähen. Wer jedoch vernünftig mit seinen Nachbarn reden kann, findet eine konstruktive Lösung ohne zu gesetzlichen Mitteln greifen zu müssen. Wer allerdings in einem großen Wohngebiet lebt, kann nicht mit allen Nachbarn eine Absprache treffen und muss sich an das bestehende Gesetz halten.

Dennoch sollte zuerst das Gespräch mit dem lärmverursachenden Nachbarn gesucht werden, bevor es zu einem unnötigen Rechtsstreit kommt. Es ist durchaus möglich, dass dem Gartenfreund das Lärmschutzgesetz nicht bekannt ist. Wird er freundlich darauf aufmerksam gemacht, hält er sich sicherlich in Zukunft an das Gesetz.

Die „Geräte- und Maschinenlärmschutz-Verordnung“ entspricht den europäischen Richtlinien 2000/14/EG. Die deutsche Verordnung ist jedoch strenger als die europäische und beinhaltet weitere Bestimmungen, die den Gebrauch von Rasenmähern und anderen, lauten Geräten an Sonn- und Feiertagen und anderen Zeiten verbieten oder einschränken.

Wer sich durch den Lärm eines Rasenmähers belästigt fühlt, sollte den Lärmverursacher höflich auf Abschnitt 3 der Verordnung hinweisen. Dieser Abschnitt beinhaltet die Regelung für 57 lärmverursachende Geräte, zu denen auch ein Rasenmäher zählt.

Ob für einen Rasenmäher Geräuschemissionsgrenzwerte oder nur eine Kennzeichnungspflicht gilt, kann aus der Zuordnung zweier Spalten abgeleitet werden.

Darüber hinaus obliegt es den einzelnen Städten und Gemeinden der deutschen Bundesländer weitere Vorschriften geltend zu machen. Gibt es keine zusätzlichen Regelungen in einer Gemeinde, müssen sich Gartenfreunde an die deutsche Lärmschutzverordnung halten.

Quellen:

http://www.rasen-magazin.de/sonntags-rasen-maehen.html

https://www.nachbarrecht.com/thema/rasenmaeher-ruhestoerung.html

https://www.nachbarrecht.com/gesetz/geraete-maschinenlaermschutz-verordnung.html

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat dazu im Jahre 1995, unter dem Aktenzeichen : Az. 5 Ss OWi 149/95, ein eindeutiges Urteil gefällt.

Zitat: „Bei Rasenmähern gilt allgemein in vielen Gemeinden: Nur an Werktagen und von 7 bis 19 Uhr mähen, besonders leise Geräte (unter 88 dB) dürfen bis 22 Uhr eingesetzt werden. Motor-Rasenmäher dürfen an Sonn- und Feiertagen und auch werktags von 19 Uhr bis 07 Uhr nicht verwendet werden.“ Quelle: http://www.suche-urteil.de/?show=anzeige_urteil&item=39

Nach oben scrollen